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Whitelist Glücksspiel Deutschland: Gibt es sie wirklich?

Whitelist Glücksspiel Deutschland: Google lässt bei Ads nur GGL-lizenzierte Anbieter zu, eine EU-Liste ist im Aufbau. Stand Oktober 2026.

Von der Redaktion Casino Kompass 6 Min. Lesezeit
Whitelist Glücksspiel Deutschland: Gibt es sie wirklich?

Kurz zusammengefasst

  • Eine amtliche Whitelist für Google gibt es in Deutschland nicht, wohl aber eine Lizenzpflicht und eine strenge Google-Ads-Regel.
  • Bei Google Ads dürfen nur Anbieter mit GGL-Lizenz werben.
  • Die niederländische KSA baut mit Google eine EU-weite Liste auf. Starttermin und Umfang sind offen.
  • Die organische Suche bleibt nach Einschätzung der GGL die größte Lücke.

Eine einzelne, amtliche Whitelist für Glücksspiel gibt es in Deutschland bisher nicht. Praktisch wirkt aber eine Regel von Google: Wer bei Google Ads Anzeigen schalten will, braucht laut GoogleWatchBlog eine offizielle GGL-Lizenz. Daneben entsteht auf europäischer Ebene eine Liste lizenzierter Anbieter. Die niederländische Behörde KSA arbeitet daran mit Google, wie AffPapa berichtet. Wann sie startet, ist offen.

Lizenzpflicht als Grundlage

Der neue Glücksspielstaatsvertrag ist im Juli 2021 in Kraft getreten, so der GoogleWatchBlog. Online-Glücksspiel ist seitdem nur erlaubt, wenn der Anbieter eine gültige Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzt.

Werbung und Platzierungen in Suchmaschinen sind laut dem Blog unter bestimmten Bedingungen zulässig. Die Lizenz ist also die Voraussetzung, nicht eine Liste bei Google. Wer die lizenzierten Betreiber im Überblick sucht, findet sie auf unserer Seite zu Online-Casinos mit deutscher Lizenz.

Whitelist Glücksspiel Deutschland: Was es heute gibt

Faktisch funktioniert die Google-Regel wie eine Positivliste. Nach Angaben des GoogleWatchBlog hat Google im September 2024 seine Werberichtlinie für Glücksspiel in Deutschland überarbeitet. Das sind die Kernpunkte:

Gaming Intelligence nennt als Veröffentlichungsdatum den 25. September, aber kein Jahr. Das Update beschränke die Anzeigen auf Betreiber mit GGL-Lizenz. Auch Affiliate-Seiten der Branche fallen demnach darunter. Die GGL und Google tauschen sich dem Bericht zufolge seit 2023 intensiv aus. Die Gespräche seien konstruktiv gewesen und hätten zur neuen Richtlinie geführt.

Bezahlte Werbung ist strenger geregelt als die normale Suche. Der GoogleWatchBlog erklärt das damit, dass Google unter Umständen selbst haftbar gemacht werden kann.

Eine Übersicht zur Einordnung des Begriffs bietet unsere Seite zur GGL-Whitelist.

Bilanz der GGL und die Lücke in der Suche

In den ersten Wochen nach Inkrafttreten stellte die GGL laut Gaming Intelligence keine bezahlten Anzeigen nicht lizenzierter Anbieter fest. Auch nicht zugelassene Affiliates seien seit dem Update nicht aufgefallen. GGL-Chef Ronald Benter sieht demnach eine klare Wirkung der geänderten Richtlinie. Der GoogleWatchBlog meldet einen deutlichen Rückgang illegaler Werbung, vor allem auf Vergleichsportalen.

Beide Quellen nennen Benter, aber mit unterschiedlichem Titel: Der GoogleWatchBlog schreibt „Vorstand“, Gaming Intelligence „chief executive“.

Bei der organischen Suche sieht es anders aus:

Benter sieht beim Thema SEO weiteren Handlungsbedarf. Die GGL will die Entwicklung beobachten und mit Google im Kontakt bleiben, um die Möglichkeiten illegaler Anbieter weiter einzuschränken.

EU-Liste: Stand und offene Fragen

Die niederländische Kansspelautoriteit (KSA) arbeitet nach AffPapa mit Google an einer EU-weiten Liste lizenzierter Glücksspielanbieter. Google soll damit nicht lizenzierte Werbetreibende erkennen und blockieren können. KSA-Vorsitzender Michel Groothuizen machte den Plan in einem Kommentar vom 14. Oktober 2026 öffentlich.

Der Ursprung liegt in Treffen in Dublin. Dort setzten sich KSA und andere europäische Regulierer mit Google und Meta zusammen und vereinbarten eine gemeinsame Task Force. SCCG Management datiert das Treffen auf das Frühjahr 2026. Beide Konzerne hätten ihre Europa-Sitze in Dublin. Die Task Force stellt demnach eine Datenbank zugelassener Betreiber je nationaler Rechtsordnung zusammen.

Offen ist vieles:

  1. Einen Starttermin nennt AffPapa nicht.
  2. Laut SCCG Management ist unklar, ob bezahlte Anzeigen, die normale Trefferliste oder beides betroffen wären.
  3. Welche Behörden mitmachen und bis wann die Arbeit enden soll, wurde nicht mitgeteilt.
  4. Eine Beteiligung der deutschen GGL nennen weder AffPapa noch SCCG Management.

Die EU-Liste ist damit noch kein Instrument, auf das man sich in Deutschland verlassen kann.

Niederlande: Druck, Zahlen und Rechtsstreit

Groothuizen sagte laut AffPapa, Tech-Plattformen profitierten von illegalen Glücksspielanzeigen und hätten wenig Anlass, sie einzuschränken. Er sinngemäß: Ein freiwilliger Verzicht widerspreche ihrem Geschäftsmodell. Die KSA fordere ihn trotzdem, am liebsten im Guten, notfalls mit Zwang. Als mögliche Grundlagen für ein Verfahren nannte er niederländisches Recht und den Digital Services Act (DSA). Bei den größten Plattformen setzt die Europäische Kommission den DSA durch. Ein Verfahren könnte bis zu fünf Jahre dauern.

Die KSA hat ihren Schwerpunkt laut AffPapa auf Online-Sichtbarkeit und Zahlungen verlagert. Bußgelder bei nicht lizenzierten Betreibern ließen sich schwer eintreiben. Groothuizen verwies zudem darauf, dass Anzeigen in sozialen Netzwerken Minderjährige und gesperrte Spieler erreicht hätten.

Die Zahlen aus den Niederlanden, fünf Jahre nach der Marktöffnung:

Im Umfeld ändert sich einiges, wie SCCG Management berichtet:

iGamingBusiness zitiert KSA-Abteilungsleiterin Renske Fikkers: Ein Totalverbot von Glücksspielwerbung werde eine „zunehmend realistische Option“, bleibe aus Sicht der KSA aber unerwünscht. Der Chef der Nederlandse Loterij, Arjan Blok, forderte weitergehende Befugnisse für die KSA, darunter Blacklists, das Blockieren von Online-Anzeigen und Zahlungsverbote.

Was Nutzer prüfen sollten

Der GoogleWatchBlog rät, vor dem Spielen zu prüfen, ob die Plattform seriös ist und eine gültige Lizenz besteht. Ein Google-Treffer ist kein Beleg dafür, da die organische Suche eine Lücke bleibt.

Nach unseren Daten besitzen Spinboss, Wintino, Lizaro, Lucky Meister und Godz Casino keine Erlaubnis der GGL. Weitere Informationen dazu bietet unsere Liste illegaler Online-Casinos. Eine Einordnung des Begriffs findet sich auch auf der Seite Online-Casino-Whitelist.

Häufige Fragen

Was bedeutet Whitelist Glücksspiel Deutschland in der Praxis?

Gemeint ist keine amtliche Liste für Google, sondern die Regel, dass nur Anbieter mit GGL-Lizenz bei Google Ads werben dürfen. Zusätzlich entsteht auf EU-Ebene eine Liste, an der die deutsche GGL nach den Quellen nicht beteiligt ist.

Sind Anzeigen nicht lizenzierter Casinos bei Google noch möglich?

Die GGL stellte nach dem Update keine bezahlten Anzeigen nicht lizenzierter Anbieter fest. Das gilt für Google Ads. In der normalen Trefferliste können solche Anbieter durch SEO und Linkmarketing weiter auftauchen.

Wann kommt die EU-weite Liste?

Das ist offen. Ein Starttermin wurde nicht genannt, ebenso wenig der Umfang oder die beteiligten Behörden.

Wie lange könnte ein DSA-Verfahren gegen Plattformen dauern?

Groothuizen zufolge bis zu fünf Jahre. Der DSA wird gegen die größten Plattformen von der Europäischen Kommission durchgesetzt.

Quellen

Verantwortungsvolles Spielen

Inhalte für Personen ab 18 Jahren. Wir bieten keine Wetten und keine Links zu Wettanbietern an. Hilfe bei Glücksspielproblemen: BZgA-Telefonberatung 0800 1 37 27 00 (kostenlos).

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